Schauspiel Linz –  Ausschnitte aus Frühlings Erwachen,  Geächtet & Antigone

Das Schauspiel-Ensembles des Landestheaters zeigt Ausschnitte aus drei aktuellen Produktionen: Frühlings Erwachen von Frank Wedekind,  Geächtet von Ayad Akhtar sowie der griechischen Tragödie Antigone von Sophokles.

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Frühlings Erwachen

von Frank Wedekind

Frühlings Erwachen (c) Christian Brachwitz

Wedekinds berühmte „Kindertragödie“ erzählt vom Erwachsenwerden und den tödlichen Fragen, die sich dabei stellen. Gibt es Liebe oder ist die Welt auf Eigennutz gebaut?

Melchior Gabor ist ein kluger Junge, darf lesen, was er will, macht sich Gedanken über die Moral. Einige dieser Gedanken sind gefährlich. Im Gegensatz zu seinem Freund Moritz Stiefel hat Melchior Kenntnisse über die groben Umrisse menschlicher Sexualität. Moritz ist – zu seinem eigenen Schutz – von den Eltern und von der Gesellschaft in Unwissenheit aufgezogen worden. Unwissend wird er auch sterben. Seine Lehrer kommen zu dem Schluss, der Einfluss seines Freundes Melchior habe ihn vernichtet. Ähnlich geht es Wendla Bergmann. Sie hat wenige Begegnungen mit Melchior Gabor und wird – ohne zu begreifen – schwanger. Die Abtreibung, die ihre Mutter anordnet, um die Ehre der Familie zu retten, endet für die Tochter tödlich.

Wir befinden uns am Ende des 19. Jahrhunderts, in West-Europa. Das Erwachsen-Werden ist in Wedekinds berühmtem Stück eine gefährliche, oft tödliche Passage. Vieles scheint uns heute fern an dieser Zeit voller Tabus und Repressalien. Es ist keine gute alte Zeit. Und doch: Sind die Jahre zwischen Kindheit und Reife inzwischen sicherer geworden? Sind Jugendliche heute weniger bedroht von Einsamkeit, Verzweiflung, Überforderung, Gewalt? Ist uns die Kultur, die Zeit, die Wedekind in seiner Kindertragödie portraitiert, wirklich so fern, wie wir es gerne hätten?

Regie: Evgeny Titov

Schauspiel: Katharina Hofmann, Corinna Mühle, Anna Rieser, Horst Heiss, Markus Pendzialek, Lutz Zeidler, Lukas Watzl, Christian Taubenheim, Vasilij Sotke, Lukas Heinrich, Florian Granzner, Johanna Malecki, Emilie Haus, Christina Polzer

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Geächtet

von Ayad Akhtar

Geächtet (c) Christian Brachwitz

Amir Kapoor ist ein amerikanischer Jurist mit pakistanischen Wurzeln. Er ist ein erfolgreicher Anwalt in einer jüdischen Kanzlei, kurz vor dem Sprung als Teilhaber aufzusteigen. Verheiratet ist er mit der Künstlerin Emily, deren Malerei von der islamischen Kunst beeinflusst ist. Bei einem Abendessen mit dem jüdisch-amerikanischen Kurator Isaac und dessen afroamerikanischer Frau Jory, Amirs Arbeitskollegin, eskaliert die Unterhaltung. Was als lockeres Gespräch über die Arbeit beginnt, mündet in eine Auseinandersetzung über religiöse Identität und Gewalt.

Regie: Peter Wittenberg

Schauspiel: Clemens Berndorff, Sven Mattke, Theresa Palfi

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Antigone

von Sophokles

Antigone (c) Petra Moser

Der Krieg um Theben ist beendet. Der Kampf um die Macht hat die verfeindeten Brüder Eteokles und Polyneikes, die sich nach dem Tod ihres Vaters Ödipus die Herrschaft teilen sollten, das Leben gekostet. Aus Gründen der Staatsraison lässt der neue Herrscher Kreon jedoch nur Eteokles, den Verteidiger Thebens, bestatten. Dem Angreifer Polyneikes will er die letzte Ruhe verwehren und lässt den Leichnam vor den Toren der Stadt liegen. Wer sich dem Bestattungsverbot widersetzt, dem droht er mit Steinigung. Antigone, die Schwester der Toten, lässt sich davon nicht abschrecken, sie nimmt ihren eigenen Tod billigend in Kauf. Gemeinsam mit ihrer Schwester Ismene will sie den Bruder beerdigen, doch letztere wagt nicht, gegen das Verbot zu verstoßen. Als Antigone sich schließlich allein widersetzt, verfügt Kreon, die Rebellin zur Strafe bei lebendigem Leib einzumauern. Doch Antigone ist nicht nur Kreons Nichte, sondern zugleich die Verlobte seines Sohns Haimon. Eine tödliche Kette von Ereignissen setzt sich in Gang.

Antigone gehört neben König Ödipus und Ödipus auf Kolonos zur Thebanischen Trilogie. Göttergesetze gegen Staatsordnung, Revolte gegen Macht; Freiheit, Treue und Opferbereitschaft – Sophokles’ zeitlos gültige Tragödie, um 442 vor Christus uraufgeführt, verhandelt die großen politischen Themen.

Team Stephan Suschke, Momme Röhrbein, Angelika Rieck, Bernd Freytag, Wiebke Melle

Mit Klaus Müller-Beck, Julian Sigl, Angela Waidmann, Ines Schiller, Jan Nikolaus Cerha, Alexander Meile, Alexander Hetterle, Sprechchor des Landestheater Linz


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